Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2026
Schnellantwort: Das Paquito ist ein spanisches Sandwich auf Basis von Lamm- oder Ziegenfleisch, das seit 2019 vom Branchenverband Interovic aktiv gefördert wird. Innerhalb von sieben Jahren hat es sich auf über 300 Varianten ausgeweitet und ist mittlerweile in Bars und Restaurants quer durch Spanien zu finden. Es ist die Antwort der spanischen Gastronomie auf den globalen Burger-Trend, ohne dabei die eigene Fleischtradition aufzugeben.
Das Wichtigste auf einen Blick

- Das Paquito ist ein Sandwich mit Lamm- oder Ziegenfleisch, angelehnt an das klassische Pepito (Kalbssandwich).
- Seit seiner Einführung in Madrid gibt es inzwischen über 300 verschiedene Varianten in ganz Spanien.
- Gefördert wird das Konzept vom interprofessionellen Agrar- und Lebensmittelverband für Schaf- und Ziegenfleisch (Interovic).
- Das Sandwich wird auf unterschiedlichsten Brotsorten serviert: Brioche, Focaccia, Baguette, Hogaza, Taco, Pita oder Bao.
- Die Füllungen reichen von traditionell-spanisch bis arabisch, asiatisch oder lateinamerikanisch beeinflusst.
- Das Paquito richtet sich ursprünglich an jüngere Konsumenten, die Lammfleisch bisher kaum auf dem Speiseplan hatten.
- Preislich bewegt sich ein Paquito in Madrid zwischen 4 und 9 Euro, je nach Lokal und Ausstattung.
- Vegetarische und vegane Varianten existieren, sind aber noch die Ausnahme.
- Gluten-freie Versionen sind vereinzelt erhältlich, müssen aber aktiv beim Restaurant erfragt werden.
- Madrid, Aragón und Kastilien-La Mancha gehören zu den Regionen mit der stärksten Paquito-Dichte.
Was genau ist das Paquito in der spanischen Küche?
Das Paquito ist ein belegtes Sandwich, dessen Hauptzutat Lamm- oder Ziegenfleisch ist. Der Name ist eine Anspielung auf das klassische „Pepito“, ein in Spanien seit Jahrzehnten bekanntes Kalbssandwich. Während das Pepito eher in traditionellen Bars serviert wird, positioniert sich das Paquito bewusst moderner und offener für internationale Einflüsse.
Hinter dem Konzept steckt Interovic, der spanische Branchenverband für Schaf- und Ziegenfleisch. Die Idee entstand in Madrid, mit dem klaren Ziel, Lammfleisch aus dem Nischendasein zu holen, in das es durch den Hamburger-Boom der 2010er Jahre geraten war. Lammfleisch galt lange als Festtagsessen für ältere Generationen, nicht als Alltagssnack für 25-Jährige. Das Paquito sollte das ändern, und es hat funktioniert.
Wie unterscheidet sich das Paquito von traditionellem spanischen Brot und Sandwiches?

Das Paquito unterscheidet sich vom klassischen spanischen Sandwich vor allem durch seine Flexibilität bei Brot und Füllung. Traditionelle spanische Sandwiches wie das Bocadillo setzen auf ein einfaches Baguette oder Weißbrot, das Paquito dagegen kommt auf Brioche, Focaccia, Bao-Bun, Pita oder Hogaza.
Noch größer sind die Unterschiede bei der Füllung. Während ein Bocadillo de jamón oder ein Pepito relativ klar definiert sind, lebt das Paquito von seiner Hybridität. Manche Versionen kombinieren Lammfleisch mit Harissa und Joghurt (arabischer Einfluss), andere mit Kimchi oder Miso-Glasur (asiatisch), wieder andere mit Chimichurri und Avocado (lateinamerikanisch). Das Brot ist quasi nur der Rahmen, der Inhalt darf sich frei entfalten.
Kurz gesagt:
- Bocadillo: Weißbrot, klare Zutaten, wenig Variation
- Pepito: Kalbfleisch, Weißbrot, traditionell
- Paquito: Lamm oder Ziege, beliebiges Brot, weltoffene Füllungen
Warum wird das Paquito gerade jetzt wieder so beliebt?
Das Paquito erlebt seinen Aufschwung, weil es zwei Dinge gleichzeitig bedient: Tradition und Neugier. Spanier greifen gern auf bekannte Geschmäcker zurück, wollen aber auch was Neues ausprobieren, und das Paquito liefert beides auf einem Teller.
Interovic hat dabei geschickt auf gastronomische Routen gesetzt, die Bars und Restaurants in ganz Spanien einbinden. Wer als Lokal mitmacht, bekommt Sichtbarkeit, Rezeptunterstützung und Marketingmaterial. Das hat dazu geführt, dass das Sandwich nicht nur in Madrid, sondern auch in Sevilla, Zaragoza oder Burgos auftaucht.
Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Trend: Nachhaltigkeit und regionale Produkte sind seit 2023 stärker im Fokus spanischer Konsumenten. Lammfleisch aus Spanien gilt als vergleichsweise nachhaltig produziert, weil die Tiere meist auf Weideflächen gehalten werden, die sich für Ackerbau nicht eignen. Das macht das Paquito auch für umweltbewusste Esser attraktiv.
Wo kann man in Spanien ein authentisches Paquito kaufen?

Ein authentisches Paquito findet man am zuverlässigsten in Bars und Restaurants, die offiziell an der gastronomischen Route von Interovic teilnehmen. Diese Liste wird regelmäßig auf der Website des Verbands aktualisiert und umfasst Lokale in Madrid, aber auch in anderen Regionen.
Wer auf eigene Faust sucht, sollte in traditionellen Tapas-Bars und Bocadillerías nachfragen. In Madrid sind Viertel wie La Latina, Malasaña und Lavapiés gute Anlaufstellen, weil dort viele Lokale experimentierfreudig sind. Außerhalb der Hauptstadt lohnt sich ein Blick in Aragón und Kastilien-La Mancha, wo Lammfleisch ohnehin zur regionalen Küche gehört und das Paquito besonders verwurzelt wirkt.
Tipp für deutsche Urlauber: Einfach nach „Paquito de cordero“ fragen. In touristischen Zonen haben manche Lokale das Sandwich inzwischen auch auf deutsch oder englisch auf der Karte.
Was kostet ein Paquito in Madrid?
Ein Paquito kostet in Madrid je nach Lokal zwischen 4 und 9 Euro. In einfachen Bars, die das Sandwich als Tapa oder Bocadillo-Variante anbieten, liegt der Preis eher bei 4 bis 6 Euro. In Restaurants mit gehobenem Ambiente, wo das Paquito auf Brioche oder Bao serviert und mit Gourmet-Zutaten kombiniert wird, kann der Preis auf 8 bis 9 Euro steigen.
Diese Schätzungen basieren auf dem allgemeinen Preisniveau für Sandwiches und Tapas in Madrid (Stand: Frühjahr 2026). Außerhalb der Hauptstadt, z. B. in Zaragoza oder Burgos, sind die Preise i. d. R. etwas niedriger.
Gibt es vegetarische oder vegane Versionen des Paquito?

Vegetarische und vegane Paquito-Varianten existieren, sind aber noch nicht die Regel. Einige kreative Lokale bieten Versionen mit gegrilltem Gemüse, Hummus, gebratenen Kichererbsen oder Pilzen als Ersatz für das Lammfleisch an, serviert auf denselben Brotsorten wie die klassische Variante.
Wer als Vegetarier oder Veganer gezielt nach einem Paquito sucht, sollte das Lokal vorher kontaktieren oder beim Bestellen direkt nachfragen. Das Konzept ist offen genug, dass viele Köche gerne eine fleischfreie Version zusammenstellen, auch wenn sie nicht auf der Karte steht.
Welche Regionen Spaniens setzen besonders stark auf das Paquito?
Madrid ist der Ursprungsort und nach wie vor das Zentrum der Paquito-Bewegung. Hier startete die gastronomische Route von Interovic, hier gibt es die größte Dichte an teilnehmenden Lokalen.
Aragón und Kastilien-La Mancha folgen dicht dahinter, was kein Zufall ist. Beide Regionen haben eine lange Tradition in der Schaf- und Ziegenhaltung, das Fleisch ist dort lokal verfügbar und erschwinglich. In diesen Gebieten wirkt das Paquito weniger wie ein Trend und mehr wie eine logische Weiterentwicklung der regionalen Küche.
Andalusien, Katalonien und das Baskenland holen auf, vor allem in den größeren Städten. In Sevilla und Barcelona taucht das Paquito zunehmend in Lokalen auf, die auf moderne spanische Küche setzen.
Ist das Paquito für Kinder oder ältere Menschen geeignet?

Das Paquito ist grundsätzlich für alle Altersgruppen geeignet, weil Lammfleisch gut verträglich und nährstoffreich ist. Für Kinder empfehlen sich mildere Varianten ohne scharfe Gewürze, z. B. mit Lammfleisch, etwas Joghurtsauce und frischen Tomaten auf einem weichen Brioche-Brot.
Ältere Menschen, die Lammfleisch aus der traditionellen spanischen Küche kennen, finden im Paquito oft eine vertraute Basis mit neuem Twist. Wer Kauproblemen hat, sollte nach Versionen mit zartem, langsam gegartem Lammfleisch fragen, das ist deutlich weicher als gegrillte Varianten.
Paquito vs. Pan con Tomate: Was ist gesünder?
Das Paquito und Pan con Tomate sind kaum direkt vergleichbar, weil sie unterschiedliche Rollen auf dem Tisch spielen. Pan con Tomate (Brot mit Tomaten und Olivenöl) ist ein leichtes Beilagengericht oder Frühstück, das Paquito ist eine vollwertige Mahlzeit.
Wer auf Kalorien achtet: Pan con Tomate liegt je nach Brotmenge bei etwa 150 bis 250 Kalorien pro Portion, ein Paquito mit Lammfleisch und Soße kommt auf 400 bis 650 Kalorien (Schätzwert, abhängig von Zutaten und Portionsgröße). Dafür liefert das Paquito deutlich mehr Protein und sättigt länger.
Lammfleisch ist reich an Eisen, Zink und B-Vitaminen. Wer es auf Vollkornbrot oder Pita statt auf Brioche bestellt, bekommt dazu noch mehr Ballaststoffe. Pan con Tomate punktet dagegen mit Lycopin aus den Tomaten und dem hochwertigen Olivenöl, das ist eigendlich kaum zu schlagen als leichter Snack.
Können Menschen mit Glutenunverträglichkeit ein Paquito essen?
Wer an Zöliakie leidet oder Gluten meidet, hat beim Paquito Einschränkungen, weil die meisten Brotsorten glutenhaltig sind. Einzelne Lokale bieten glutenfreies Brot als Alternative an, aber das ist noch kein Standard.
Wer sicher gehen will: vor dem Besuch beim Restaurant nachfragen, ob glutenfreies Brot verfügbar ist und ob die Küche Kreuzkontaminationen vermeidet. Das Lammfleisch selbst ist von Natur aus glutenfrei, das Problem liegt ausschließlich beim Brot und eventuell bei Saucen mit Mehlbindung.
Die Geschichte des Paquito in der spanischen Küche
Das Paquito ist kein jahrhundertealtes Gericht, sondern ein bewusst entwickeltes Konzept aus dem Jahr 2019. Interovic startete damals die gastronomische Route in Madrid, weil der Lammfleischkonsum in Spanien unter jüngeren Generationen spürbar zurückgegangen war. Der Hamburger-Boom hatte das Fleisch aus dem Alltag gedrängt.
Die Idee, Lammfleisch in Sandwich-Form anzubieten, lehnte sich bewusst an das Pepito an, das seit den 1950er Jahren in spanischen Bars bekannt ist. Das Pepito mit Kalbfleisch war und ist ein Klassiker, das Paquito sollte sein jüngerer, weltoffenerer Bruder werden.
Dass der Name „Paquito“ gewählt wurde, war kein Zufall. Paquito ist eine der häufigsten Koseformen des spanischen Namens Francisco, also jemand, den fast jeder kennt und mag. Der Name sollte Vertrautheit signalisieren, und das hat funktioniert. Seit 2019 hat sich das Konzept von Madrid aus in ganz Spanien verbreitet, mit über 300 Varianten, die zeigen, wie offen die spanische Gastronomie für neue Ideen ist, solange die Basis stimmt.
Typische Fehler beim Zubereiten eines Paquito
Wer das Paquito zu Hause nachbaut, macht oft denselben Fehler: das Fleisch zu kurz garen oder zu wenig würzen. Lammfleisch braucht Zeit und Hitze, um seine Aromen voll zu entfalten. Wer das Fleisch einfach kurz anbrät und direkt ins Brot legt, bekommt ein trockenes, wenig aromatisches Ergebnis.
Weitere häufige Fehler:
- Das Brot nicht anrösten: Ein kurz angetoastetes Brot hält die Füllung besser zusammen und gibt dem Sandwich mehr Biss.
- Zu viel Sauce: Die Sauce soll das Fleisch ergänzen, nicht überdecken. Ein Esslöffel reicht oft.
- Das falsche Brot wählen: Weiches Toastbrot macht das Paquito matschig. Besser sind Brioche, Ciabatta oder Pita.
- Das Fleisch nicht ruhen lassen: Kurz nach dem Garen sollte Lammfleisch 2 bis 3 Minuten rasten, damit der Saft nicht sofort ausläuft.
Häufig gestellte Fragen zum Paquito
Was bedeutet „Paquito“ auf Spanisch? Paquito ist eine Verkleinerungsform des Namens Francisco und wird in Spanien als freundlicher, vertrauter Spitzname verwendet. Der Name wurde für das Sandwich gewählt, weil er Sympathie und Bekanntheit ausstrahlt.
Ist das Paquito dasselbe wie ein Bocadillo? Nein. Ein Bocadillo ist ein klassisches spanisches Sandwich auf Weißbrot oder Baguette mit klar definierten Zutaten. Das Paquito ist offener in Brot- und Füllungswahl und immer auf Lamm- oder Ziegenfleisch als Basis ausgerichtet.
Wo wurde das Paquito erfunden? Das Paquito wurde in Madrid entwickelt, als Interovic 2019 die gastronomische Route ins Leben rief.
Wie viele Paquito-Varianten gibt es? Laut Interovic gibt es inzwischen über 300 verschiedene Varianten in ganz Spanien (Stand: 2026).
Kann ich das Paquito auch außerhalb Spaniens finden? Vereinzelt taucht das Konzept in spanischen Restaurants in Deutschland oder anderen europäischen Ländern auf, aber es ist noch kein internationales Phänomen.
Welches Brot passt am besten zum Paquito? Das kommt auf die Füllung an. Für mediterrane Varianten passt Focaccia gut, für asiatisch inspirierte Versionen ist Bao-Brot beliebt, für klassische Varianten empfiehlt sich Brioche oder ein knuspriges Baguette.
Ist Lammfleisch teurer als Rindfleisch in Spanien? In Spanien sind die Preise für Lammfleisch und Rindfleisch vergleichbar, regional kann Lammfleisch sogar günstiger sein, besonders in Aragón und Kastilien.
Warum hat Interovic das Paquito entwickelt? Weil der Lammfleischkonsum in Spanien, besonders bei jüngeren Menschen, zurückgegangen war. Das Paquito sollte Lammfleisch alltagstauglich und modern machen.
Gibt es ein Paquito-Festival in Spanien? Ja, im Rahmen der gastronomischen Route von Interovic finden regelmäßig Veranstaltungen und Wettbewerbe statt, bei denen das beste Paquito Spaniens gekürt wird.
Wie unterscheidet sich das Paquito vom Hamburger? Der Hamburger basiert auf Rinderhackfleisch und ist ein US-amerikanisches Konzept. Das Paquito setzt auf ganzes oder grob gehacktes Lammfleisch und ist fest in der spanischen Gastronomietradition verankert.
Quellen: Interovic (Interprofesional Agroalimentaria Ovino y Caprino), Cadena SER, eigene Recherche Mai 2026.
